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Der Sudan ist das größte
Land Afrikas und das zehntgrößte der Welt. Der Kontrast zwischen dem
islamischen Norden und dem christlich und animistisch geprägten
Süden belastet die innenpolitische Situation seit Jahrzehnten.
Staatsführung: Präsident (Umar al-Baschir, seit 1989)
Politisches System: Nationalversammlung
(al-majlis al-watani), Ein-Kammer-Parlament, 360 Sitze, davon 30 vom
Präsidenten ernannt
Regierungsparteien: National Congress Party (al-mutammer al-watani),
systemtragend
Opposition: Umma-Partei (Vorsitzender:
Sadiq al-Mahdi), Democratic Unionists Party (Vorsitzender: Mohamed
‘Uthman al-Mirghani), Kommunistische Partei (Mohamed Ibrahim Nugud),
zahlreiche kleinere zugelassene und nicht zugelassene Parteien sowie
im Süden SPLM unter John Garang, SPDF unter Riak Machar als
wichtigste bewaffnete Oppositionsgruppierungen, die die Regierung
bekämpfen.
Gewerkschaften: Staatlich kontrollierter
sudanesischer Gewerkschaftsverband (Ittihad Niqabat ‘Ummal al-Sudan),
keine unabhängigen Gewerkschaften
Außenpolitik: Die Republik hat die Folgen
seiner selbst gewählten Isolierung fast ganz überwunden. Die
Beziehungen zu den arabischen Nachbarstaaten, insbesondere zu
Ägypten und Libyien, haben sich normalisiert. Gleiches gilt für
Äthiopien, das einen Großteil seiner Erdölimporte aus Sudan bezieht.
Die Republik bietet Äthiopien den Ausbau einer Straße zum Hafen Port Sudan
als Exportverbindung an. Sudan hat auch mit Eritrea und zuletzt mit
Uganda diplomatische Beziehungen aufgenommen. Uganda und Sudan haben
erklärt, dass sie die gegenseitige Unterstützung bewaffneter
Oppositionsgruppen (LRA/SPLA) einstellen wollen.
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Innenpolitik: Die Innenpolitik wird
wesentlich durch den Bürgerkrieg im Süden bestimmt. Dieser bindet
wertvolle Ressourcen, die nicht für die Entwicklung des Landes zur
Verfügung stehen. Auch die Nichtbeteiligung wichtiger
Oppositionsgruppen, wie Umma und DUP, an den politischen Prozessen
im Lande stellen Hinderungsfaktoren für Aussöhnung und Herstellung
friedlicher Verhältnisse im Lande dar. Die Menschenrechtslage lässt
zahlreiche Defizite erkennen, wie Ausnahmezustand, strenge
Sicherheitsgesetze, Gestattung und Förderung sklavereiähnlicher
Praktiken, Verletzungen der Pressefreiheit, der freien
Religionsausübung und der Versammlungsfreiheit.
In von Rebellen beherrschten Teilen Südsudans übt überwiegend die
SPLM/A die Herrschaft aus. Sie stützt sich auf eine
Militärverwaltung und läßt erst seit jüngster Zeit den Aufbau einer
Zivilverwaltung zu. Probleme hierbei sind fehlende Ausbildung sowie
mangelnde Finanzen und Sachmittel. Außerdem wirkt sich der
Zusammenbruch praktisch der gesamten Infrastruktur als Negativfaktor
aus.
Landesfläche: 2,505.813 km2 (Weltrang
10), davon 18% Wald und Buschland, 5% Ackerland, 22% Wiesen und
Weiden
Ausdehnung: N-S 2100 km, W-O 1600 km
Landesgrenzen: 7 687 km
(Zentralafrikanische Republik 1 165 km, Tschad 1 360 km,
Demokratische Republik Kongo 628 km, Ägypten 1 273 km, Eritrea 605
km, Äthiopien 1 606 km, Kenia 232 km, Libyen 383 km, Uganda 435 km)
Küste: 853 km
Gliederung: 26 Bundesstaaten (A'ali an
Nil, Al Bahr al Ahmar, Al Buhayrat, Al Jazirah, Al Khartum, Al
Qadarif, Al Wahdah, An Nil al Abyad, An Nil al Azraq, Ash Shamaliyah,
Bahr al Jabal, Gharb al Istiwa'iyah, Gharb Bahr al Ghazal, Gharb
Darfur, Gharb Kurdufan, Janub Darfur, Janub Kurdufan, Junqali,
Kassala, Nahr an Nil, Shamal Bahr al Ghazal, Shamal Darfur, Shamal
Kurdufan, Sharq al Istiwa'iyah, Sinnar, Warab), 66 Provinzen und 218
Bezirke
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Hauptstadt: Karthum
Landessprachen: Arabisch (Mutter- oder
Verkehrssprache für ca. 70% der Bevölkerung), im Süden (abnehmend)
englisch sowie Stammessprachen (insgesamt 132 Sprachen).
Währung: Dinar
Bevölkerung: 28 882 000
Bevölkerungsdichte : 11,5 Menschen je km2
Religionszugehörigkeit: Muslime 72%; örtliche 17%; Christen 11%
Größte Städte: Omdurman 1,267,077;
Khartoum 924,505; Khartoum North 879,105; Port Sudan 305,385;
Kassala 234,270; Nyala 228,778
Geographische Lage: zwischen 4° und 23° nördlicher Breite sowie 22°
und 38° östlicher Länge
Geographische Merkmale: höchster Berg --> Kinyeti 3178 m; längster
Fluß --> Nil (Teil) 6690 km.
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Geographie: Im Süden, an den Grenzen zu
Kenia, Uganda, Zaire und der Zentralafrikanischen Republik, steigt
das Land stetig an und erreicht seinen höchsten Gipfel mit dem Mount
Kinyeti an der Grenze zu Uganda. Der Weiße Nil tritt, ebenfalls von
Uganda kommend, bei Nimule in den Sudan ein und fließt durch das
Lehmbecken, das den größten Teil des südlichen und mittleren Sudan
ausmacht.
Klima: Im überwiegenden Teil der Republik herrscht trockenheißes
Steppenklima bzw. tropisches wintertrockenes Savannenklima, in den
nördlichen Trockengebieten hingegen heißes Wüstenklima mit
Höchsttemperaturen um 43°C (110° Fahrenheit) in den Monaten Mai und
Juni. In den Wintermonaten ist der Himmel wolkenlos, und die
Temperaturen bewegen sich zwischen 16°C im Norden und 29°C im
äußersten Süden. Entsprechend der Gegebenheiten nehmen die
Niederschläge von Norden nach Süden zu.
Zeitzone: MEZ +1,0 Stunde(n)
Ressourcen: Erdöl, Gold, Chromite, Baumwolle, Sesam, Erdnüsse,
Gummiarabikum
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Wirtschaft: Die Republik hat in Zusammenarbeit
mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ein Programm zur
Modernisierung und marktwirtschaftlichen Orientierung vereinbart. Es
befindet sich weitgehend „on track". Die Privatisierung staatlicher
Unternehmen zeigt erste Fortschritte. Sudan hat zugesagt, seinen
öffentlichen Dienst bis Ende 2001 zu reformieren und den
Bankensektor neu zu strukturieren, wozu die Schließung zahlreicher
nicht existenzfähiger Banken gehört. Es ist aufgefordert, seine
militärischen Ausgaben, die gegenwärtig über 40 % der
Haushaltsmittel binden, zu drosseln und expandierende Ausgaben für
soziale Leistungen zu überdenken. Das Land hat nach wie vor
erhebliche Probleme mit der Finanzierung dringend benötigter
Gesundheits- und Bildungseinrichtungen. Auch bei der Zahlung von
Gehältern an Staatsbedienstete gibt es Rückstände. Die
Ernährungslage der Landbevölkerung in vielen Teilen des Landes ist
besorgniserregend und gerät bei witterungsbedingten Katastrophen
immer wieder unter Druck.
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Verkehr: Schienennetz 5516 km. Straßennetz
11 900 km, davon 4320 km befestigt. Khartum ist der einzige
Flughafen, der internationalen Ansprüchen gerecht wird.
Binnenwasserwege 5310 km. Wichtigster Hafen ist Port Sudan; dort
endet auch die von China neu gebaute 1600 km lange Öl-Pipeline.
Kommunikation: Die
Rundfunkgesellschaft Sudan National Broadcasting Corporation sendet
in Arabisch, Englisch und 2 weiteren Sprachen. Der
Fernsehgesellschaft stehen über eine Boden-Satellitenstation 36
Kanäle zur Verfügung. Auf 1000 Einwohner kommen 271 Radios, 87
Fernseher, 5,7 Telefone, 0,3 Handys, 0,9 Faxe und 1,9 PCs zur
Verfügung. 7 staatlich kontrollierte Tageszeitungen.
Medien: Radio Omdurman; Sudan
Television; Tageszeitungen: al-Ra’y al-’am, Akhbar al-Yaum; al-Ra’y
al-Akhir, al-Anba’, Alwan, al-Shari’ al-Siyasi (arabisch-sprachig);
Khartoum Monitor, Nile Courier (englisch-sprachig); tägliches
englisch- und arabischsprachiges Bulletin der Sudan News Agency (SUNA)
über Internet.
Internet: Im Sudan wird der Zugang zum Internet staatlich
kontrolliert; Filter-Software verhindert, daß unerwünschte Webseiten
aufgerufen werden können.
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Umwelt und Tourismus: Ausserhalb von
Khartoum und Port Sudan finden sich nur einige Unterkünfte. Khartoum
besitz elf mittelgroße Hotels. In den anderen größeren Städten sind
paar kleinere Hotels und Herbergen für Ihre Unterkunft vorhanden.
Der hohe
Holzverbrauch als Brennstoff begünstigt vor allem in den
Savannenregionen das Vordringen der Wüste von Nord nach Süd.
Geschützte Gebiete 3,7% der Landesfläche. Weil das Land als
gefährliches Krisengebiet ausgewiesen sind, kommen kaum Touristen in
den Sudan (1998: 39 000; Einnahmen 8 Mio. US-Dollar).
Bildung: Das sudanesische Bildungssystem
leidet unter akuter Unterfinanzierung. Die Zahl der Universitäten
und Hochschulen hat gleichwohl in den letzten Jahren zugenommen.
Defizite bestehen hinsichtlich ausreichend qualifizierter
LehrkräfteDas Bildungsniveau in den Schulen ist ebenfalls
zurückgegangen und liefert zumeist nicht den Standard, der für die
Aufnahme eines Studiums wünschenswert wäre. Diese Lage betrifft auch
den Fremdsprachenunterricht. Das Niveau des Unterrichts ist niedrig.
Es fehlt an pädagogischer Ausbildung des Lehrpersonals.
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